Verkehrsminister Hermann in Schorndorf

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Wie man aus Untersuchungen weis finden 80 Prozent der Verkehrsbewegungen hier in der Region mit dem Auto statt.

Damit ist man dann auch sehr schnell beim Kernproblem Feinstaub im Stuttgarter Kessel!

Seit vielen Jahren verstoßen die Stadt und die Region gegen die vorgeschriebenen gesetzlichen Auflagen der Feinstaubreduzierung und entsprechenden Grenzwerten. Wenn man keine Lösung findet, dann wird es über kurz oder lang zu drastischeren Maßnahmen, wie Freiwilligenappellen kommen. Am Ende könnte ein Richter ein Fahrverbot erlassen, das natürlich niemand möchte. Die Oberbürgermeister von mehreren großen Weltstädten haben sich erst diese Woche in Mexiko darauf  verständig, Dieselfahrzeugen ab 2025, die Einfahrt in ihre Städte zu verbieten.

Hermann will die Grünen nicht als Verbotspartei definieren, das Dilemma ist nur, dass Experten sich jahrelang wunderten warum denn, trotz verbesserter DIN-Normen bis zur
Euro- 6 Norm, die Werte sich nicht verbesserten. Heute wissen wir es und VW und alle anderen Betrüger lassen grüßen. Es kam nie das hinten raus was angegeben war, von  den Stickoxyden ganz zu schweigen.

Hier wird sich substantiell erst etwas mit der flächendeckenden Einführung  von E-Mobilität  ändern, denn trotz geringem Feinstaub durch Abrieb, Stickoxyde werden bei einem E-Mobil nicht emittiert!

Auch zum Nordost-Ring äußert sich der Landesminister. Bedingt durch die topografische Lage, verdichtete Bebauung, aktuellem Planungsstand (gleich Null) ist jede Diskussion darüber unsinnig. Hier hilft nur eine Verbesserung der aktuellen Verkehrswege, z.B. A8 und A81, und den Ausbau auf 4 Fahrspuren.

Lieblingsthema und sehr versiert berichtet dann der Minister über die aktuelle Situation bei der Remsbahn bzw. der Zukunft des ÖNVP in der Region Stuttgart.

Der aktuelle Zustand ist nicht nur unbefriedigend, es ist auch nicht vertragsgemäß, wie sich die Bahn zurzeit verhält.  Es liegt nicht an den mysteriöse Grippewellen bei der Bahn dass regelmäßig Züge ausfallen und es ist auch nicht hinnehmbar, dass die DB der Region nur alte, teils nicht funktionsfähige Züge zur Verfügung stellt. Das Ministerium bittet die DB zwischenzeitlich wöchentlich zum Rapport und dokumentiert alle Missstände die hier anfallen. Minister Hermann tut alles dafür, dass es nicht bis zur Umstellung auf die neuen Anbieter 2018 so weitergeht und hat versprochen, dass es hier schon im neuen Jahr zu Verbesserungen kommt.

In diesem Zusammenhang sprach der Minister und ehemalige S21-Gegner auch die  leidige Situation im Hinblick auf die Probleme  mit der S-Bahn in der Region an. „Es gibt – so Hermann – auch eine Zeit nach S21/22 oder 23 und hier ist es dringend erforderlich entsprechende  Gleisausbauten, Reparaturen, Signalausbesserungen etc. vorzunehmen“. Auch hier ist das Land heute schon aktiv um dies anzugehen.

Die neuen Züge der privaten Betreiber werden im Übrigen auf dem neuesten Stand der Technik sein. Ob behindertengerecht (inkl. Toilette), Fahrradmitnahme oder W-Lan, hier wird alles vorhanden sein. Wermutstropfen dabei wird das Platzangebot sein, dass dann naturgemäß etwas geringer sein wird.

Hermann sagte dem fragenden Schorndorfer OB Klopfer zu, dass das Land auch die Interkommunale Landesgartenschau im Jahr 2019, aktiv unterstützen wird um auch hier dafür Sorge zu tragen, das geplante Mobilitätskonzept zu einem Erfolg zu verhelfen.

In der Diskussion beantwortete der Minister mit Geduld alle Fragen auch wenn sie manchmal etwas provokant gestellt waren z.B., ob der Mensch heute denn nicht mehr so wichtig sei wie  Juchtenkäfer, Eidechsen, oder Fledermäuse.

Hermann sagte dazu, dass wir Menschen wohl immer noch den Blick hätten, die Welt nur aus unserem eigenen Wohlergehen zu definieren und im Zweifel, das Existenzrecht anderer Arten dabei abstreiten. Eine gesunde Umwelt und eine funktionierende Bio-Diversität, werden aber nur möglich sein, wenn wir allen Arten ein Lebensrecht geben und einräumen. Das dies in einer industrialisierten Welt, mit dichter Bevölkerung zu Konflikten führt, liegt auf der Hand. Aber nur mit und in einer gesunden Natur wird auch der Mensch überleben.

Nach knapp 2 ½ Stunden Vortrag und Diskussion endete der Abend mit einem großen Beifall für den Minister, der für sein Engagement von der Landtagsabgeordneten mit einem kleinen Geschenk und dem Dank fürs Kommen verabschiedet wurde.

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