Informationsveranstaltung Umstieg 21

von

Bürgerhaus Winterbacher Kelter 15.10.2016


mit Klaus Gebhard

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Viele der etwa 120 Anwesenden waren überrascht über die Konkretheit und den Umfang des Vorgetragenen. Sicherlich ist es eher ungewöhnlich, wenn so viele Menschen mehr als drei Stunden so konzentriert zuhören. Das allein schon spricht für die Qualität des Vorgetragenen. Es wurde gefragt, wie es noch besser gelingen könne, dieses Wissen weit zu verbreiten und vor allem an die Entscheidungsträger heranzutragen. 46 Exemplare der 50-seitigen Broschüre wurden erworben und zusammen mit weiterem Werbematerial mitgenommen.

Der Vortrag hat vor allem diese Erkenntnis gebracht: Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger glauben ganz zu Unrecht, Stuttgart 21 sei nicht mehr umkehrbar. Schon die Finanzen belegen das Gegenteil. Von den 6,5 Mrd., mit denen die Bahn selbst derzeit rechnet und wovon ein Teil noch nicht finanziert ist, sind etwa 1,8 Mrd. bei einem Projektabbruch verloren. Das Projekt Umstieg 21 dagegen fängt einen Teil dieser Kosten auf und macht sie nutzbar. Die weiteren Maßnahmen von Umstieg 21 erforden ca. 1,55 Mrd., so dass sich Gesamtkosten von 3,35 Mrd. ergeben. Das bedeutet eine Ersparnis von knapp 3 Mrd. – bei Gesamtkosten von 9,8 Mrd. nach Vieregg-Rössler bzw. Bundesrechnungshof sogar von knapp 6,5 Mrd. Euro.

Es ergeben sich aber auch noch folgende Vorteile gegenüber Stuttgart 21:

  • Ein ebener, behindertenfreundlicher modernisierter Kopfbahnhof mit 16 Gleisen und gelöstem Brandschutz sowie einem lichten Glasdach mit integrierter Fotovoltaik, der den Integralen Taktfahrplan nach Schweizer Vorbild ermöglicht. Direkt darunter zwei Ebenen zum Parken bzw. für Fernbusse und Fahrräder.
  • Ein wiederhergestellter und zur besseren Kaltluftbildung deutlich vergrößerter Schlossgarten ohne Rampen und Belichtungsöffnungen.
  • Trennung der verschiedenen Bahnverkehre durch mehr Zulaufgleise von Cannstatt und Zuffenhausen, was der Pünktlichkeit und Kapazität der S-Bahnen und Regionalzüge zugutekommt.
  • Mit Express-S-Bahn in 20 Minuten direkt zum Flughafen – und nicht nur 1x pro Stunde zum weiter entfernten S21-Flughafenbahnhof.
  • Erhalt der Gäubahn als Stuttgarter Panorama-S-Bahn mit neuen Haltestellen zur Entlastung der Stammstrecke über die Schwabstraße.
  • S-Bahn-Ringschluss von den Fildern ins Neckartal – ebenfalls mit Entlastung der Stammstrecke, u.a. mit einem guten Flughafenanschluss aus Richtung Tübingen und Ulm.
  • Von der Neubaustrecke zum Hauptbahnhof – fast ohne Kosten und gleich schnell.
  • Auf 124.000 qm Fläche, die sonst von S21-Baulogistik blockiert wird, kann sofort mit dem Bau von 1000 Wohneinheiten begonnen werden.
  • Die übrige Rückabwicklung der Grundstücksgeschäfte ist aufkommensneutral.

Stuttgart 21 dagegen erweist sich neben der Finanzierung als wachsendes Problem: Genehmigungen fehlen, Risiken (z.B. Gipskeuper, Mineralwasser) werden hingenommen. So hat die gefährliche, sechsfach überhöhte Gleisneigung des Tiefbahnhofes zwar eine Bau-, aber keine Betriebsgenehmigung. Die Überschneidungen des ICE-, Regional- und S-Bahn-Verkehrs auf den Zulaufgleisen und der S-Bahn-Engpass auf der Stammstrecke werden nicht behoben. Beim Vergleich mit Umstieg 21 kann erkannt werden, was bei Stuttgart 21 alles nicht gelöst ist – auch jenseits der Bahnhofsfrage! Weitere Infos unter www.umstieg-21.de

Hans-Joachim Aderhold

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