Grüne besuchen Rems Murr Kreis

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Grüne Regionalfraktion besucht Rems-Murr-Kreis:

Erstes Bioenergiedorf der Region
und Strom aus Biomüll


Die grüne Fraktion im Verband Region Stuttgart hat sich bei ihrer Info-Tour durch die Region im Rems-Murr-Kreis über Erneuerbare Energien informiert. Auf dem Programm standen der Besuch der Biovergärungsanlage Backnang-Neuschöntal und des Bioenergiedorfes Erlacher Höhe bei Sulzbach. „Wir haben sehr gute Beispiele dafür gesehen, wie die Potenziale erneuerbarer Energien vor Ort ausgeschöpft werden können“, resümiert die Backnanger Regional- und Kreisrätin Ulrike Sturm.

Das Bioenergiedorf Erlacher Höhe sei das einzige seiner Art in der ganzen Region Stuttgart, betonen die Grünen. In Baden-Württemberg gibt es insgesamt 21 davon. Aus Gülle, Grüngut und Sonne wird in der Einrichtung der Diakonie Strom für 600 Haushalte produziert und der eigene Strombedarf vollständig gedeckt.

„Man merkt, dass die „Bewahrung der Schöpfung“ ein echtes Anliegen der Einrichtung ist“, so die Grünen. Die möglichst vollständige Ausschöpfung der vor Ort vorhandenen Ressourcen stehe im Vordergrund, bevor auf fossile Energieträger zurückgegriffen wird. Eine Biogasanlage wird schon seit 1981 betrieben. Dabei sei besonders positiv, dass bewusst kein Mais aus Monokulturen zum Einsatz kommt, sondern Grüngut aus der Produktion des eigenen Demeter-Betriebes.

Die erst im Oktober letzten Jahres in Betrieb gegangene Biovergärungsanlage Backnang-Neuschöntal erzeugt aus dem kreisweit gesammelte Biomüll Energie. In ca. sechs Wochen vergärt der Inhalt der Biotonnen zu Kompost, Flüssigdünger und Biogas – zur Geruchsminderung arbeitet die Anlage mit einem Unterdrucksystem. Aus dem Biogas erzeugt das angegliederte Blockheizkraftwerk Strom für rund 3000 Haushalte , die entstehende Wärme trocknet den Klärschlamm der benachbarten Kläranlage. „Ein überzeugendes Konzept“, findet die Backnangerin Sturm. Vor allem auch, wenn man bedenke, dass der Bioabfall vor dem Bau der Anlage zur Entsorgung z.T. bis nach Sachsen Anhalt gebracht wurde.

Das Potenzial erneuerbarer Energien sei in der Region Stuttgart bei weitem nicht erschlossen, so die Grünen. Dabei sei dies besonders nachhaltig, weil lange Transportwege von Rohstoffen bzw. Strom entfallen. Wie dies geschehen könne, zeigten die Anlagen, in denen der lokale Handlungsspielraum engagiert genutzt wird, so die Grünen.

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